Punktzug Aufbau

Punktzug Aufbau
Prinzipieller Punktzug Aufbau eines BGV D8 Kettenzug, bestehend aus Motor, Getriebe, Bremse, Kettenantrieb, Rutschkupplung, und hier mit Endschalter:

Für den Punktzug Aufbau nach DGUV Regel 115-002 ehemals BGV C1 ist es erheblich, welche Lastart gefahren wird. Demnach sind verschiedene Zusatzausstattungen nötig, wie z. B. Gruppenabschaltung, Unterlastabschaltung oder Synchrone Gruppenfahrt, die hauptsächlich über frequenzgeregelte Antriebe realisiert wird. Je nach Ausstattung dieser geforderten Zusatzausrüstung variiert der Preis eines Kettenzuges um ein Vielfaches. Aber auch die Funktionen wie Positions- und Zielfahrten bis hin zu den für komplexe Bewegungsabläufe benötigen Komponenten verursachen einen erheblichen Preisunterschied.
Weiter muss man die Bewegungsdynamik betrachten. Antriebe mit Frequenzumrichter (FU) können in einem weiten Stellbereich die Geschwindigkeit variieren. Die wird einmal szenisch genutzt oder ist notwendig, um eine Last, die auf mehr als drei Züge verteilt ist, gleichmäßig (synchron) zu verfahren. Der FU regelt die Differenzen aus.

Kettenzüge mit zwei Festgeschwindigkeiten sind ideal, um Lasten mit kleiner Geschwindigkeit sanft anzuheben oder beim Ablassen exakt in die Position zu manövrieren. Mit der zweiten schnellen Geschwindigkeit kann dann das Objekt rasch im Schürboden verschwinden. Für Personenbeförderung muss der Kettenzug über ein Notablass bei Stromausfall verfügen und als Leuchtenhänger muss nach DIN 15560-46 das Tragmittel mindestens zweifach vorhanden sein.

Planung

Eine sorgfältige Planung und die Übersicht zum Ganzen kann dabei erheblich Kosten und Aufwand einsparen helfen. Ist z. B. ein Videowürfel von 5,5 Tonnen zu heben, so ist der erste Gedanke meist „Flächenlast an mehr als drei Zügen“ (6 Stück Eintonner). Es wird nach Durchführungsanweisung für szenische Fahrten eine Synchronfahrt mit Gruppenabschaltung benötigt. Würde man dagegen den Würfel an drei Punkten befestigen und an jedem dieser Hängepunkte eine Ausgleichswaage anbringen, die Wegeschwankungen von zwei Kettenzügen ausgleichen kann, so handelt es sich jetzt um den Lastfall „Flächenlast an drei Zügen kombiniert mit Streckenlast an zwei Zügen“. Jetzt wird nur noch die Zusatzausstattung Asynchronfahrt mit Gruppenabschaltung, Reset über Synchronpunkt und Schlafseilerkennung benötigt, was bis zu 1/3 der Kosten senken kann. Auch in diesem Fall spielt die Dynamik eine große Rolle. Sind die Hängepunkte der Dachkonstruktion bereits nah am Limit, so wäre ein bei Antrieben ohne Frequenzumrichter der Einsatz von einem System mit selbsthemmenden Getriebe von Vorteil, da die dynamische Belastung von einfallenden Bremsen wesentlich höher ist, als das sanfte Auslaufen eines dynamisch selbsthemmenden Getriebes.
Muss man dennoch eine starre Flächenlast an mehr als drei Zügen heben, ist besonders die maximale Störfalltoleranz zu beachten. Denn was nutzt die erfolgreiche Notabschaltung, wenn nicht sichergestellt ist, dass die Antriebe nicht über einen tolerierbaren Weg herausfahren und somit doch die Hängepunkte überlastet werden.
So sind neben den offensichtlichen Parametern, wie Geschwindigkeiten, Lastaufnahme und Hubhöhe, die im Umfeld des Einsatzortes gegebenen Rahmenbedingungen, wie dynamische Belastbarkeit der Hängepunkte oder Biegebeanspruchung der Last und deren maximal zulässige Wege-Toleranz zwischen den Hängepunkten, noch unbekannt. Hier kann ein Fachplaner und oder Statiker für das Projekt die Daten nennen. Eine Riggingfachkraft oder ein Bühnenmeister kann über die BGV C1 Durchführungsanweisung „Bereitstellung und Benutzung von Punktzügen (SP 25.1/2-1)“ für den entsprechenden Lastfall die benötigten Ausstattungsmerkmale des Kettenzuges benennen.
Bleibt noch die Vorzüge der ergonomischen Bedienung anzupreisen und das Durchspielen von „worst case“ Havarie-Szenarien. Daraus wird ein Pflichtenheft erstellt auf Grund dessen ein System guten Gewisses angeboten werden kann.

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